Bericht von Feuer der Hoffnung

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Bericht von Feuer der Hoffnung

Beitrag von Neonitas am Di Mai 10, 2011 6:50 pm

1. Was ist bei euch im zwischenmenschlichen Bereich schwierig
( Verhalten, Gefühle, ect...)?

Meine häufigen Stimmungsschwankungen und meine Meinungsänderung machen
es meinen gegeüber häufig schwer, mich zu verstehen bzw. mir in meinen
Gedanken und Emotionen folgen zu können.Auf der anderen Seite habe ich
häufig Probleme meinem Gegenüber emotional und gedanklich folgen zu
können, häufig sprudeln mir meine Emozionen sehr starküber, doe ich nur
sehr schwer bis garnicht verbergen kann, sodass der gegenüber wieder
verunsichert ist.

2. Wie spürt ihr eure Anspannung, was denkt ihr dabei?

Wenn ich angespannt bin, habe ich meistens eiskalte Hände und Füße, es
kommt ein Krampfgefühl im Bauch, ein Kloß im Hals. Mein Gesicht und
meine Hände werden kaltschweißig. Ich kann mich schlecht konzentrieren,
meine Gedanken kreisen stark um das Thema und sind auch dort nicht
wegzubekommen.Äußere Reize werden nur bedingt wahr genommen.

3. Was passiert bei euch vor einer Dissoziation?

Während einer Disso fühle ich mich wie ein kleines Kind was in Watte,
wie in einem Trance Zustand (ich nenne das immer Wattezustand) durch
seine Welt schleicht. Alles fühlt sich stark verlangsamt an. Geräusche
wirken dumpf. Meine Blick wird starr, ich kann den Bewegungen meiner
Umwelt visuell nicht mehr folgen und fühle mich hilflos, weil ich nicht
mehr so handeln kann wie ich möchte. In extremen Fällen sitze ich nur
noch da und, starre vor mich hin, habe kalte Finger, Füße und Gesicht,
habe Angst, merke auch sehr stark was passiert, habe aber keine
Möglichkeit aus diesem Zustand rauszukommen und wieder in einen voll
handlungsfähige Bewusstseinslage zu wechseln. Häufig brauche ich dann
einfach jemand, der sich um mich kümmert, das gerne wie bei einem Kind,
weil ich mich ja häufig wie ein kleines Kind fühle.

4. Wie geht ihr mit euren Gefühlen um?

Ich schreibe sehr, sehr viel. Sei es in meinem Blogtagebuch, meinem
Therapeuten per E-Mail oder im Forum akute Situationen oder ich schreibe
Geschichten. Geschichten die keine sind, die entweder reale Erlebnisse
sind, die ich in einer solchen Geschichte verarbeite und so aus meinen
Kopf versuche zu bekommen oder es sind Gefühle, die ich durch erfundene
Personen zum Ausdruck bringe.
Ansonsten explodiere ich häufiger auch einfach mal und schreie meine
Mitmenschen an (die kennen das zum Glück schon) oder heule sie zu, wie
schlecht es mir doch geht.

5. Wie geht es euch vor, während und nach eriner Svv?

Vorher treten oben genannte Spannungszustände und Dissos auf, wenn ich
diese nicht durchbrechen kann, durch schreiben, ablenken, anderweitig
Luft machen, dann kommt es zum schn**den. Während des Schn**dens befinde
ich mich weiter in diesem Tranczustand. Meine Hände sind dabei wie Eis,
meine Haut fühlt sich sehr taub an, ich habe einen starren Blick und es
fühlt sich alles sehr verlangsamt an. Auf äußere Reaktionen reagiere
ich nur sehr langsam und nur kurz und primitiv. Nach dem R*itzen fühle
ich mich erleichtert, häufig habe ich aber das Gefühl, dass es mir nicht
reicht und ich gerne noch mehr würde, mich dann aber zusammen reißen
muss. In der Regel ist das R*tzritual dann für mich erst beendet, wenn
ich einen Verband umgemacht habe und meinen Arm halten kann. Ich spende
meinem Arm dann die Zuneigung, die ich eigentlich für mich gern gehabt
hätte.

6. Was habt ihr für eine Therapieerfahrung und wie hilft sie euch oder eben auch nicht?

Therapie ist bei mir ein sehr schwieriges Thema. Ich war 2003auf einer
KJP, zwangsweise, durch meine Eltern und hasse seid dem die Kliniken wie
die Pest. Ansonsten war und bin ich seid heute mal wieder in einer
Jugendberatungsstelle, wo es aber auch häufig zu Stress mit den dortigen
Mitarbeitern kommt, weil ich mch häufig unverstanden fühle. Ich bin
jetzt letztendlich wieder hingegangen, weil ich nicht mehr weiter wusste
und beim heutigen Termin hatte ich tatsächlich das Gefühl, das er es
mittlerweile irgendwie verstanden hat.

7. Wie geht euer Umfelt damit um?

Wie mein Umfelt mit meiner Krankheit umgeht? Ich habe zum Glück ein
medizinisch sehr bewandertes Umfelt, die damit relativ gut zurecht
kommen.
Mittlerweile haben die meisten Verstanden, mit welchen gut gemeiten
Ratschlägen sie bei mir auf Granit beißen und wie man mich lenken kann.
;-) Und BPS ist ja nicht nur negativ, es bringt ja auch durchaus einige
positive Eigenschaften, die sehr an mir geschätzt werden und zusammen
mit meiner Clique ergänzen wir uns allgemein sehr gut.

8. Welche Wünsche und Bedürfnisse habt ihr?

Wünsche? Hm, nach einem geordneten Leben, in welchem es mir persönlich
auch möglich ist, so zu Leben, dass ich ausgeglichen bin. Das heißt für
mich primär wenig Stress und Möglichkeiten dann einzubauen, wann ich
Pausen machen mag. Ansonsten das Bedürfnis nach Verständnis habe ich
mittlerweile sehr weit zurück gestellt, dass ich festgestellt habe, dass
ich die fremde Sprache spreche und ich versuche halt, die Sprache
meiner Unwelt zu lernen und zu dolmetschen.

9. Habt ihr durch die Störung auch Problemeim Beruf?

Oh ja, es ging soweit, dass ich meine erste Ausbildung im Pflegebereich
freiwillig abgebrochen habe, weil ich mit meinen neuen Mitmenschen und
Kollegen dort nicht klar kam und sie nicht mit klar kamen. Ich würde mal
sagen, man braucht schon fast ein Studium um mich soweit verstehen zu
können, dass mich lenken kann. Und dann habe ich noch eine zweite
Ausbildung im Büro angefangen, dort gab es wieder zwischenmenschliche
Probleme, was dazu führte, dass ich die Probezeit nicht schaffte. Nun
hat mich das Arbeitsamt in eine Rheamaßnahme gesteckt, speziell für
Jugendliche mit psyschichen Krankehiten und ohne Ausbildungsplatz ( die
auf Grund ihrer Erkrankung keinen normalen Ausbildungsplatz annehmen
können), dort warte ich jetzt darauf, dass die Kostenzusage der
Krankenkasse kommt. Mal sehn ob es mir hilft.

10. Wie würdet ihr euch wünschen, sollte die Umwelt mit euch umgehen?

Hm, schwierig. Sobald die Menschen wissen, dass man BPS hat und halt
bissl anders tickt, reagieren sie entweder sehr verständnisvoll oder
lehnen einen komplett ab, das ist halt immer das Problem. Aber es immer
geheim halten, das klappt definitiv nicht. Ich bin nur froh, dass es bei
mir mittlerweile fast alles wissen. Ansonsten machen sie das halt schon
ganz gut.

Von
Feuer der Hoffnung

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Es ist unwichtig , was Leute hinter deinem Rücken reden. Im Endeffekt, ist es wichtig, dass wenn du dich umdrehst, alle die Fresse halten.

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